Blattjagd – Rehblatter, Tarnung und Zubehör | Alljagd
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Saison Juli – August

Blattjagd.

Der erste Ruf am Abend, der Wind im Gesicht, der Bock, der zusteht: Ausrüstung für die Blattzeit im Revier.

Tipps zur Blattjagd

Blattjagd: Was in diesen Wochen entscheidet

Die Blattzeit ist die Brunftzeit des Rehwilds. Der Rehbock ist in diesen Wochen auf der Suche nach einer brunftigen Ricke. Böcke reagieren auf den Blatter, weil sie eine brunftige Ricke in der Nähe vermuten. Ricken kommen auf das Kitzfiepen instinktiv — der Laut löst eine Schutzreaktion aus, unabhängig davon ob sie selbst ein Kitz führen. Ein guter Rehblatter in der richtigen Situation kann den Bock direkt auf den Schuss bringen. Die Technik ist entscheidend: Zu lautes, zu frühes oder zu häufiges Blattern lässt den Bock abdrehen.

Beim Blatter unterscheidet man nach der Bedienart: handbediente Modelle wie der Buttolo sind robust und ein bewährter Einstieg, der Mundblatter erlaubt feinere Tonvariationen, der Fiepblatter ahmt das Kitzfiepen nach und zieht sowohl Ricken als auch Böcke an.

Der Rehbock orientiert sich beim Anlaufen stark über die Nase. Selbst der überzeugendste Blattlaut bringt nichts, wenn der Wind vom Jäger zum Bock steht: Das Tier wittert die Gefahr, bevor es in Sicht kommt. Die Windrichtung entscheidet deshalb nicht nur, ob ein Platz grundsätzlich geeignet ist, sondern auch, von welcher Seite ein Stand angegangen wird.

Im August steigen die Temperaturen deutlich. Beim Anpirschen zum Stand ist atmungsaktive Kleidung keine Komfortfrage — wer schwitzt, konzentriert sich schlechter. Leises Anschlagen hängt vom Material ab: weiche, dehnbare Stoffe verraten den Jäger nicht, steife oder raschelnde Lagen schon.

Was bei der Blattjagd zählt

Den richtigen Stand wählen

Waldränder, Wiesenkanten und Übergänge zwischen Deckung und offener Fläche sind die besten Ansatzpunkte. Der Bock kommt aus der Deckung. Der Jäger sollte am Rand der Deckung stehen, nicht mitten drin.

Wind richtig nutzen

Der beste Blatter nützt nichts, wenn der Wind nicht stimmt. Stand so wählen, dass der Wind vom erwarteten Anlauf zum Jäger steht, nicht umgekehrt. Unterwegs immer wieder kontrollieren.

Die richtige Tageszeit

Früher Morgen und später Abend sind die verlässlichsten Zeitfenster: Böcke sind dann aktiver und reagieren zuverlässiger auf den Blatter als in der Mittagshitze.

Schussbereit vor dem Blattern

Den Bock vor dem Schuss sicher ansprechen: dafür ist ein Fernglas unverzichtbar. Waffe griffbereit halten, Schießstock wenn vorhanden, bevor der erste Laut kommt. Böcke reagieren oft schnell und kommen nicht immer aus der erwarteten Richtung. Hektische Bewegungen verraten den Jäger sofort.

Ricke als Lockbild nutzen

Erscheint eine Ricke auf die ersten Kitzrufe, ruhig bleiben und nicht weiterblattern. Böcke folgen Ricken in der Brunft nach. Die Ricke zieht den Bock oft zuverlässiger heran als jeder weitere Lockruf.

Tarnung am Bodenansitz

Ohne feste Kanzel ist die menschliche Silhouette das größte Problem. Ein Tarnnetz, Tarnstand oder Tarnschirm bricht die Form und macht den Jäger für den aktiv suchenden Bock kaum erkennbar.

Kleidung für die Sommerjagd

Lange Hose ist Pflicht: im Sommerrevier sind Zecken allgegenwärtig. Ein dünnes Baumwollhemd oder leichtes Funktionsshirt reicht als Oberschicht. Gedeckte Farben oder Camo-Muster sind sinnvoll, besonders am Bodenansitz ohne feste Kanzel. Gesichtsmaske und Netzhandschuhe mit Camo-Muster ergänzen die Tarnung — Hände und Gesicht fallen dem Bock früher auf als der Körper. Raschelnde oder steife Stoffe verraten den Jäger beim Anschlagen, weiche und dehnbare Materialien sind hier im Vorteil.

Mückenschutz einplanen

Warme Sommerabende am Waldrand bedeuten Insekten. Spray vor dem Ansatz aufbringen, nicht erst wenn die erste Mücke am Ohr summt. Eine weitere Option ist Bekleidung mit Insektenimprägnierung, zum Beispiel mit Tanatex behandelt. Sie schützt dauerhaft ohne Spray und ist besonders für längere Ansitze sinnvoll.

Nach dem Schuss

Anschuss genau einprägen. Im warmen August sofort aufbrechen und kühlen. Die Decke sitzt im Sommer locker. Den Schnittbereich deshalb kurz rupfen, bevor man öffnet. Kein Sonnenbad für das Stück vor dem Aufbrechen.

Häufige Fragen zur Blattjagd

Blattzeit & Planung

Die Hauptblattzeit liegt je nach Region zwischen Mitte Juli und Mitte August. Warme, trockene Sommer verschieben sie etwas nach hinten, kühle Sommer nach vorne. Die intensivste Phase dauert meist nur zehn bis vierzehn Tage. In dieser Zeit reagieren Böcke am zuverlässigsten auf den Blatter. Davor und danach ist es möglich, aber deutlich weniger verlässlich.

Schwül-warmes Wetter, besonders nach einem Sommergewitter oder Regenschauer, gilt als ideal. Das Rehwild ist dann deutlich aktiver und reagiert zuverlässiger. Nasskaltes, stürmisches Wetter wirkt dagegen hemmend, die Brunft verläuft dann zurückhaltender. Bei bedecktem Himmel oder leichtem Regen kann fast ganztägig erfolgreich geblattert werden. Bei klarer Hitze sind dagegen die frühen Morgen- und späten Abendstunden klar im Vorteil.

Im Wald hat sich ein Abstand von 80 bis 100 Metern zum vermuteten Einstand bewährt. Das gibt dem anlaufenden Bock genug Sicherheit, ohne dass der Jäger zu nah am Wechsel sitzt. Im offenen Feld kann etwas weiter angesetzt und dafür lauter geblattert werden. In jedem Fall wichtig: Der Bock darf auf dem Weg zum Jäger keine günstige Deckung zur Flucht haben, sobald er den Jäger bemerkt, sonst bleibt es bei einem kurzen Blickkontakt.

Zurückhaltung zahlt sich aus. Hat ein Bock einmal nicht oder misstrauisch reagiert, sollte der Stand einige Tage ruhen, bevor er erneut bejagt wird. Sonst werden Böcke zunehmend vorsichtig und stehen gar nicht mehr zu. In kleineren Revieren ist Geduld besonders wichtig: lieber auf den richtigen Tag mit guter Witterung warten, als an jedem Abend denselben Platz zu beblattern.

Beides funktioniert, mit unterschiedlicher Herangehensweise. Im Wald sind dunkle Altholzbestände mit etwas Unterwuchs ideal: Sie geben dem zustehenden Bock Sicherheit. Am Feldrand sollte der Stand ebenfalls im Schatten oder Halbschatten liegen, nicht auf offener, heller Fläche, sonst wird der Jäger zu früh gesehen. Wer von einem Hochsitz aus blattert, sollte nur mit ausreichendem Abstand zum Einstand ansetzen. Aus kurzer Distanz von erhöhter Warte wirkt es unnatürlich, denn kein Reh ruft von einem Baum herab.

Lockrufe & Technik

Ein Rehblatter ahmt allgemein die Laute des Rehwildes nach. Der Begriff ist ein Oberbegriff. Der Fiepblatter imitiert speziell das Kitzfiepen und zieht damit sowohl Ricken als auch Böcke an. Der Mundblatter wird an die Lippen angelegt oder zwischen den Lippen bedient und erlaubt sehr feinfühlige Lautstärke- und Tonkontrolle, erfordert dafür aber etwas Übung. Handbediente Blatter wie der Buttolo sind einfacher zu bedienen und gut für Einsteiger geeignet.

Der Buttolo-Rehblatter ist der klassische Einstieg: handbedient, robust und ein bewährter Allrounder fürs leichte Blattern. Für die meisten Situationen reicht er völlig aus. Wer feinere Tonvariationen erzeugen möchte, kann zu einem Mundblatter greifen. Das erfordert etwas mehr Übung, ermöglicht dafür aber eine sehr natürliche Klangvielfalt.

Der Sprengfiep ist ein lauter, erregter Fiepton, den die Ricke oder ein Schmalreh beim Abspringen oder Flüchten ausstößt. Er signalisiert dem Platzbock einen Eindringling im Revier und provoziert ihn zum Eingreifen. In der Blattjagd ist er eines der wirkungsvollsten Mittel, besonders für ältere Böcke. Sparsam einsetzen und erst dann, wenn normale Kitzfieptöne bereits eine Reaktion gezeigt haben. Als Einstieg in eine Blattsequenz ist er zu aggressiv.

Der Angstschrei ist ein langgezogener, schrill klingender Laut, den die Ricke in höchster Not ausstößt. Der Platzbock verbindet ihn mit einem Eindringling in seinem Revier und stürmt herbei, um den Konkurrenten zu vertreiben. Sparsam einsetzen, maximal zweimal hintereinander, erst dann wenn normales Blattern und Sprengfiep keine Reaktion gebracht haben. Wichtig: Der Angstschrei vergrämt oft auch anderes Rehwild im Umkreis. Er ist das letzte Mittel, kein Standardwerkzeug.

Beide. Der Fiepblatter ahmt das Kitzfiepen nach. Darauf reagieren Ricken oft sogar zuverlässiger als Böcke, weil sie nach einem vermeintlich hilfesuchenden Kitz schauen. Böcke kommen meist, weil sie eine brunftige Ricke in der Nähe vermuten oder aus Neugier auf den ungewohnten Laut reagieren. Wer gezielt auf Bock jagt, sollte beim Auftauchen einer Ricke zunächst ruhig bleiben, denn der Bock ist oft nicht weit.

Nicht sofort nachlegen. Nach einer Sequenz mehrere Minuten warten und den Wind erneut prüfen. Oft steht der Bock bereits gedeckt und beobachtet. Bleibt es ruhig, kann ein zweiter, leiserer Versuch nach fünf bis zehn Minuten folgen. Kommt auch dann nichts, lohnt sich ein Stand- oder Revierwechsel mehr als wiederholtes Blattern am selben Platz. Ein Bock, der einmal nicht reagiert hat, wird durch Wiederholung selten neugieriger.

Oft hört man ihn bevor man ihn sieht: ein kurzes Knacken, ein Rascheln im Unterholz. Böcke, die auf den Blatter kommen, laufen häufig zügig und geradlinig, den Kopf tief. Manche pirschen sich langsam an, stoppen, äugen. Kein Bock, der reagiert, ist gleich. Wichtig: Nicht weiterblattern, wenn der Bock bereits unterwegs ist. Das lässt ihn oft stoppen oder abdrehen.

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