Jagdjacken – Loden, Softshell & Membrane für jede Jagdart | Alljagd
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Jagdjacken – für Ansitz, Pirsch und Drückjagd

Welche Jacke passt zur eigenen Jagdsituation? Wer hauptsächlich pirscht, braucht anderes als wer stundenlang still auf dem Hochsitz sitzt. Wer auf Gesellschaftsjagden geht, braucht beides. Das Sortiment deckt alle Anforderungen ab – von der leichten Sommerjacke bis zum isolierten Wintermodell.

Materialien und ihre Stärken

Loden ist ein gewalkte Wollstoff, nahezu lautlos, von Natur aus wasserabweisend und robust gegenüber Dornen. Die klassische Wahl für Pirsch und Ansitz bei trockenen bis leicht feuchten Bedingungen. Bei anhaltendem Regen saugt er sich voll.

Gewachste Jacken aus G-1000-Stoff oder gewachster Baumwolle sind die Wahl für Niederwildjagd, Fasanen- und Taubenjagd im englischen oder kontinentalen Country-Stil. Robust, schnittfest und dornenfest, mit frischem Wachs aufgefrischt halten sie jahrelang. Ihr Vorteil: Sie machen auch abseits des Reviers eine gute Figur.

Softshell ist atmungsaktiv, leicht wasserabweisend und sehr beweglich. Modelle mit 4-Wege-Stretch folgen jeder Bewegung ohne Materialspannung – besonders auf der aktiven Pirsch ein Vorteil. Bei starkem Regen nicht ausreichend dicht.

Membranjacken sind vollständig wasserdicht mit versiegelten Nähten. 2-Lagen-Konstruktionen sind leichter und günstiger, 3-Lagen-Konstruktionen robuster und atmungsaktiver. Für intensive Einsätze bei Dauerregen und Schnee die bessere Wahl.

Fleecejacken wärmen zuverlässig als Midlayer unter einer Außenjacke. Als eigenständige Außenschicht nur bei trockenem Wetter und milden Temperaturen geeignet.

Schnittdetails die im Revier zählen

Schießfalten am Rücken geben beim Anschlag Bewegungsfreiheit ohne Materialspannung. Vorgeformte Ärmel verhindern dass der Stoff beim Heben des Arms hochzieht. Ein verlängerter Rücken schützt die Nieren beim Sitzen auf offenem Ansitz. Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen regulieren die Körperwärme bei wechselnden Bedingungen. Taschen für Fernglas, Patrone, Messer und Funkgerät sollten griffbereit und gesichert sein. Wer die Jacke als Außenschicht über Isolationsschichten trägt, wählt eine Nummer größer.

Besondere Jackentypen

Hundeführerjacken sind robuster als normale Jagdjacken, mit verstärkten Schulter- und Unterarmpartien die Kratzer und Bisse abhalten. Wer regelmäßig Stöberjagden führt oder bei der Nachsuche mit dem Hund zusammenarbeitet, profitiert von der zusätzlichen Widerstandsfähigkeit. Nachsuchenjacken sind auf unwegsames Gelände, Dunkelheit und Nässe ausgelegt – in Signalfarben, mit verstärkten Partien für Bodenarbeit und griffbereit platzierten Taschen für Lampe, Messer und Leine. Wendejacken mit Tarnseite und Signalseite decken Pirsch und Gesellschaftsjagd in einem Kleidungsstück ab.

Häufige Fragen zu Jagdjacken

Was bedeutet Wassersäule – und welcher Wert reicht für die Jagd?

Die Wassersäule gibt an wie viel Wasserdruck ein Stoff aushält bevor er durchnässt. Als Orientierung: Ab 1.500 mm gilt ein Stoff als wasserdicht. Ab 5.000 mm hält er leichtem bis mittelstarkem Regen stand. Ab 10.000 mm ist er für starken Dauerregen geeignet. Für die Drückjagd im Herbstregen oder die Nachsuche bei Schnee sollte die Wassersäule mindestens 10.000 mm betragen. Ebenso wichtig: versiegelte Nähte – ohne sie dringt Wasser unabhängig von der Wassersäule an den Nahtstellen ein.

Was ist der Unterschied zwischen 2-Lagen und 3-Lagen Membrane?

Bei einer 2-Lagen-Konstruktion ist die Membran auf das Obermaterial laminiert, das Innenfutter liegt lose darunter. Das macht die Jacke leichter und günstiger – Nachteil: Das Innenfutter nimmt Feuchtigkeit auf, Taschen können nass werden. Bei einer 3-Lagen-Konstruktion sind alle Schichten fest miteinander verbunden. Das Ergebnis ist robuster, atmungsaktiver und haltbarer. Für intensive Einsätze bei Dauerregen, Schnee und starker Bewegung ist die 3-Lagen-Jacke die bessere Investition.

Wann muss ich die Imprägnierung meiner Membranjacke auffrischen?

Wenn Wasser nicht mehr in Tropfen abperlt sondern in den Stoff einzieht, ist die DWR-Ausrüstung (Durable Water Repellency) verbraucht. Die Membran selbst ist oft noch intakt, aber ohne die Außenimprägnierung zieht der Stoff sich voll und die Atmungsaktivität leidet. Nach dem Waschen Imprägnierspray auftragen und die Jacke kurz mit dem Föhn erwärmen – Wärme aktiviert die DWR-Ausrüstung. Lieber früher auffrischen als zu spät.

Wie wasche ich eine Membranjacke richtig?

Schongang bei 30–40 °C, Funktionswaschmittel ohne Weichspüler, Reißverschlüsse vorher schließen. Kein normales Waschmittel – es setzt die Membranporen zu. Nach dem Waschen die Jacke im Trockner bei niedriger Temperatur oder mit dem Föhn kurz erwärmen um die Imprägnierung zu reaktivieren. Gut gepflegte Membranjacken behalten ihre Wasserdichtigkeit über viele Jahre.

Wie pflege ich eine gewachste Jacke?

Gewachste Jacken brauchen keine regelmäßige Maschinenwäsche – grobe Verschmutzungen lassen sich meist mit einer Bürste und kaltem Wasser entfernen. Wenn die Jacke wirklich gewaschen werden muss: Schongang bei 30 °C ohne Waschmittel oder mit speziellem Wachspflegemittel. Das Wachs wird dabei weitgehend ausgewaschen und muss danach vollständig neu aufgetragen werden. Wachspaste oder Wachsspray gleichmäßig einarbeiten und mit dem Föhn einschmelzen. Mit regelmäßiger Pflege ohne Waschen hält eine gewachste Jacke viele Jahre.

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