Lockjagd: Blatter, Locker & Lockvögel | Alljagd
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Lockjagd: Blatter, Locker und Lockvögel

Ein Fuchs, der sich auf einen vermeintlich verletzten Hasen zubewegt, ein Rehbock, der dem Klagelaut eines Kitzes nachgeht: Lockjagd nutzt das natürliche Verhalten des Wildes gezielt aus, ganz ohne Technik im eigentlichen Sinne.

Manuelle Locker statt Elektronik

Zum Fang oder Erlegen von Wild sind in Deutschland nur manuelle Lockinstrumente zulässig, elektronische Locker mit gespeicherten Tierlauten gehören nicht dazu, mit Ausnahme Bayerns, wo eine abweichende Regelung gilt. Im Sortiment finden sich deshalb ausschließlich Mundblatter, Pfeifen und Rufe, die durch Anblasen oder Anpressen an die Lippen bedient werden. Ein motorisierter Lockvogel, der nur Bewegung statt Ton erzeugt, ist davon unabhängig und uneingeschränkt erlaubt.

Rehwildblatter: Kitzfiep, Sprengruf und Rose

Zur Blattzeit reagiert ein Rehbock auf unterschiedliche Laute je nach Situation. Ein Kitzfiep ahmt den Klagelaut eines jungen Rehs nach und spricht den Schutzinstinkt an. Blatter in Form einer Rose oder Gabel, oft aus Holz oder Kunsthorn gefertigt, erzeugen ähnliche Frequenzen über eine gespannte Membran oder ein Rohrblatt.

Raubwildlocker für Fuchs und Waschbär

Fuchsreize ahmen je nach Modell den Ranzlaut oder Bellaut nach, um während der Ranzzeit die Aufmerksamkeit eines Fuchses zu wecken. Waschbärlocker und Hasenklagen setzen dagegen auf den Beutereiz, den Klagelaut eines vermeintlich verletzten Tieres, der Raubwild neugierig macht.

Lockvögel und Attrappen für Federwild

Kunststoff-Attrappen von Krähe, Elster, Ente oder Gans schaffen ein optisches Bild, das anfliegendes Federwild zum Landen bewegt. Faltbare Ausführungen lassen sich platzsparend transportieren, eine Uhu-Attrappe nutzt dagegen die natürliche Feindreaktion vieler Rabenvögel, die den Uhu als Bedrohung angehen.

Häufige Fragen zur Lockjagd

Darf ich einen elektronischen Locker mit gespeicherten Tierlauten verwenden?

Zum Fang oder Erlegen von Wild ist das in den meisten Bundesländern nicht zulässig, Bayern bildet hier eine Ausnahme mit abweichender Regelung. Reines Beobachten oder Fotografieren mit einem elektronischen Locker ist davon nicht betroffen, zur eigentlichen Jagdausübung außerhalb Bayerns dürfen aber nur manuelle Instrumente eingesetzt werden.

Warum reagiert Wild manchmal nicht mehr auf denselben Lockruf?

Wild gewöhnt sich an wiederholt gehörte Laute, besonders wenn ein Reviernachbar oder man selbst denselben Ruf zu häufig an derselben Stelle einsetzt. Abwechslung im Timing, in der Lautstärke und längere Pausen zwischen den Rufen erhöhen die Glaubwürdigkeit deutlich mehr als ständiges Wiederholen.

Ist ein beweglicher Lockvogel erlaubt?

Ja, das Verbot bezieht sich ausschließlich auf Tonbandgeräte und vergleichbare akustische Geräte. Ein Lockvogel, der nur eine Bewegung simuliert, etwa das Landen oder Fressen, ohne dabei Töne abzuspielen, fällt nicht darunter.

Welches Instrument eignet sich für Einsteiger am besten?

Ein einfacher Kitzfiep oder ein Mauspfeifchen lässt sich mit wenig Übung glaubwürdig einsetzen und deckt bereits viele Situationen ab. Komplexere Instrumente wie ein Hirschruf oder ein variabler Fuchslocker mit mehreren Lautvarianten erfordern dagegen deutlich mehr Übung, bis der erzeugte Laut natürlich klingt.

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