Bleiche & Beize für Geweihe | Alljagd
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Bleiche und Beize für Geweihe und Schädel

Ein vergilbtes Gehörn verliert seinen Kontrast zum umgebenden Fell oder Schild, das Präparat wirkt matt statt eindrucksvoll. Bleiche und Beize setzen an genau diesem Punkt an, mit entgegengesetzter Wirkung.

Bleiche für reines Weiß

Trophäenbleiche hellt vergilbte Schädel- und Knochenteile auf sattes Weiß auf, sowohl bei der Erstpräparation als auch bei der Restaurierung älterer Trophäen. Das Pulver wird in kaltem Wasser aufgelöst, das zu bleichende Teil eingelegt, langsam bis zum Sieden erwärmt und dann rund 15 Stunden ziehen gelassen. Die Bleiche ist ätzend und gesundheitsschädlich, beim Umgang sind Schutzhandschuhe, Augenschutz und ausreichende Belüftung Pflicht, nicht nur eine Empfehlung.

Beize für die natürliche Färbung danach

Nach dem Bleichen oder nach längerer Lagerung wirkt ein Geweih oft zu hell und unnatürlich. Hirschhornbeize gleicht das aus und gibt ihm die typische bräunliche Färbung zurück, die viele Sammler und Jäger als authentischen Look bevorzugen.

Reparatur beschädigter Keilerwaffen

Abgebrochene oder angeschlagene Keilerwaffen lassen sich mit einer speziellen Füllmasse ausbessern, bevor die Trophäe montiert wird. Das betrifft die Substanz der Waffen selbst, nicht die Farbe, und ist deshalb ein eigener Arbeitsschritt neben Bleiche und Beize.

Häufige Fragen zu Bleiche und Beize

Muss ich nach dem Bleichen immer beizen?

Nicht zwingend, das hängt vom gewünschten Erscheinungsbild ab. Reines Weiß wirkt klar und kontrastreich, die Beize danach bringt eine wärmere, natürlichere Farbgebung zurück. Viele Jäger entscheiden das nach persönlichem Geschmack oder passend zum übrigen Trophäenschmuck im Jagdzimmer.

Wie entsorge ich die verbrauchte Bleichlösung sicher?

Nach dem Erhitzen enthält die Lösung nur noch Mineralsalze und kann über die Hauskanalisation entsorgt werden. Die unerhitzte, konzentrierte Lösung sollte dagegen wie jedes ätzende Produkt nicht einfach ausgegossen, sondern gemäß den Angaben auf dem Etikett behandelt werden.

Was tue ich, wenn das Ergebnis nach dem Bleichen noch nicht weiß genug ist?

Der Vorgang lässt sich wiederholen: erneut auflösen, das Teil einlegen, erwärmen und einwirken lassen. Bei stark vergilbten oder sehr alten Trophäen kann mehr als ein Durchgang nötig sein, bis das gewünschte Weiß erreicht ist.

Sollte ich beim Bleichen auch das Gebiss behandeln?

Besser nicht. Ein Gebiss, das mit der Bleiche in Kontakt kommt, wirkt anschließend unnatürlich kalkweiß, ähnlich wie die Rosen am Gehörnansatz. Bei Rotwild kommen zudem die Grandeln hinzu, die Eckzähne im Oberkiefer, die traditionell selbst als eigene Trophäe geschätzt werden und deshalb besondere Vorsicht verdienen. Für ein stimmiges Gesamtbild bleibt das Gebiss meist unbehandelt und zeigt so seine natürliche Farbe.

Warum vergilbt meine Trophäe nach einiger Zeit wieder, obwohl sie gebleicht wurde?

Meist liegt es an Restfett im Knochen, das vor dem Bleichen nicht vollständig entfernt wurde. Dieses Fett tritt mit der Zeit wieder an die Oberfläche und führt erneut zu einer gelblichen Verfärbung. Ein gründliches Auskochen und Entfetten vor dem eigentlichen Bleichvorgang beugt dem deutlich wirksamer vor als eine spätere zweite Bleichung.

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